Die Absetzkabine

   

Schon einige Zeit vor dem Wechsel zum 130er habe ich über einen Pickup mit Wohnkabine nachgedacht.

Da wir gerne mit Offroadanteil reisen, sollte die Kabine recht klein bleiben. Eine Naßzelle benötigen wir nicht, im Urlaub spielt sich bei uns das meiste draußen ab, geduscht wird mit einem Duschsack oder im Fluß gebadet. Ab und an wird mal ein Campingplatz angesteuert um z.B. Wäsche zu waschen usw...

Da wir leider nur für 4-5 Wochen im Jahr wegfahren können, soll es eine Absetzkabine werden damit ich den Landy ansonsten normal weiternutzen kann.

Um die Gesamthöhe einigermaßen niedrig halten zu können, habe ich mich für ein Klappdach entschieden. Da ich bei meinem letzten Landy mit Klappdach, welches vorne angeschlagen war, gute Erfahrungen gemacht habe wird es auch hier so umgesetzt. So habe ich die Möglichkeit das Fahrzeug mit der schrägen Dachfläche „in den Wind zu stellen“. Auch optisch gefällt mir diese Variante am besten.

Als Baumaterial wird Aluminium verwendet, da ich dieses Material selber verarbeiten kann und es außerdem gut zum Landrover paßt, da dieser auch zu großen Teilen aus Aluminium gefertigt ist.

Mir gefällt die alte Explorer von Aeroplast für den Landrover sehr gut und die Ortec Minicamp, wobei letztere aber leider keine Absetzkabine ist. So wird meine Bastelarbeit wohl eine Komination dieser beiden Kabinen.

Es soll ein Längsschläfer werden, um die Breite der Kabine vor allem im Dach klein halten zu können. In der Wohnkabine sollen nur eine Sitzgelegenheit, Kühlbox, Heizung, Kocher und ein paar Staufächer Platz finden. Da wir nur zu zweit Reisen, haben wir in der Doppelkabine des Pickups zusätzlichen Platz zum verstauen von Gepäck. Die Kabine soll nicht breiter werden wie die Ladefläche des Landrovers, um die Geländetauglichkeit weitgehen erhalten zu können. Auch spielt die Optik bei einer überstehenden Kabine für mich eine wesentliche Rolle. Ich nehme dafür die geringere Innenraumbreite in Kauf. Auch das die Seitenwände schräg zum Dach hin nach innen zulaufen und ich dadurch weiteren Platz verschenke bzw. die Ausbaumöglichkeiten einschränke, nehme ich zugunsten der zum Fahrzeug passenden Optik hin.

Ich bin bisher gut mit der Innenraumgröße meines vorherigen Landrover 110 mit Klappdach zurechtgekommen und konnte auch da ganz gut mit den schrägen Seitenwänden leben.

Das überstehende, abgeschrägte Heck wird aus Aluriffelblech gefertigt, da hier beim rangieren im Gelände am schnellsten mal angeeckt wird. Ansonsten möchte ich Glattblech verwenden.

 

Und so soll sie in etwa mal aussehen:

 

Ich habe mir als erstes für die Dachschale und den Alkovenrahmen Skizzen der Abwicklung angefertigt und bin dann zu einem aluminiumverarbeitenden Betrieb bei mir in der Nähe gefahren und habe dort die großen Teile zugeschnitten und gekantet.

Anschließend habe ich die Dachschale an den Ecken verschweißt und aus Aluminiumprofilrohr einen Verstärkungsrahmen angefertigt. Dieser wurde von innen in das Dach geklebt und dient neben der Verstärkung des Daches auch als Aufnahme für die Innenbeleuchtung, den Griffen zum zuziehen des Daches und der Gasdruckdämpfer.

Nun wurde der Alkovenrahmen auf Maß zugesägt, fixiert und ebenfalls verschweißt. Nur das vordere Abschlußblech mußte ich noch anfertigen, da es durch die gewünschte Abschrägung eine andere Form hatte, als die Seitenteile und das hintere Blech.

 

Nachdem die Dachschale mit der Isolierung, der Innenbeleuchtung, Griffe, Teppich und Gasdruckdämpfer vervollständigt war, wurde sie auf den fertig geschweißten Alkovenrahmen aufgesetzt und das Scharnier konnte montiert werden.

Der Rahmen unten ist aus 40x40 Aluminiumprofilrohr, der Rest des Kabinengerüstes wird in 30x30 gefertigt Das Ganze kommt dann auf eine 15mm Siebdruckplatte geschraubt, so liegt die Kabine später vollflächig auf der Ladefläche auf.

 

Das Dach wurde schon mal gestrichen (Elfenbein), eine weiße Kabine sollte es auf dem weißen Pickup lieber nicht werden, wegen der Verwechslungsgefahr mit einem Hymer ;-)   Die Zurrschienen sind auch schon montiert (falls irgendwann mal Solar nachgerüstet werden soll)

Für die Verriegelung des zugeklappten Daches habe mich für eine Verriegelungsmechanik entschieden, wie sie normalerweise in doppelflügeligen Türen eingesetzt wird.

Auf dem Bild ist der Hebel in der Mitte um es besser zeigen zu können. Normalerweise ist der Hebel links oder rechts versenkt und schiebt somit die Verriegelungsstangen rein oder raus. So braucht man keine Gurte oder Schnappverschlüsse um das Dach zu verriegeln.

               

 

Auf den unteren Teil der Kabine wurden die vorher gekanteten Aluminiumbleche aufgeklebt und zusätzlich vernietet

Die Rücklichter sind original Landroverlichter, um ein bischen die zusammengehörigkeit von Kabine und Fahrzeug zu unterstreichen. Die hinteren Stützen sind klappbar und verbleiben in der Regel an der Kabine. So brauche ich später nur die beiden vorderen Stützen (Rieco Titan) einzeln zu verstauen.

Diese möchte ich dann über eine Airlineschiene an der Kabine montieren. Die weißen Leisten unten an der Kabine sind aus Kunststoff und sollen beim Ab/Aufsetzen an den Innenkotflügeln entlanggleiten. Der Boden ist eine 15mm Siebdruckplatte, so steht die Kabine vollflächig auf der Ladefläche auf. Die Platte ist von unten angeschraubt (Blindnietmuttern im Rohrrahmen, so kann sie problemlos bei Verschleiß oder wenn mir mal eine passende Alucorplatte zuläuft ausgetauscht werden)

 

Ein Bekannter hat mir den Zeltstoff für das Klappdach genäht. Oben ist es in eine Kederleiste wie bei den Wohnwagenvorzelten eingezogen. Das ergibt eine sehr sauberen Abschluß und ist leicht wieder demontierbar. Unten ist es mit Aluwinkeln verschraubt, so das es außen abtropfen kann bei Regen.

 

Der mittlere Teil nimmt auch langsam Gestalt an:

 

Da ich an der vorderen Wand umbedingt einen Radius und keine Ecke haben wollte (die Pritsche hat da auch einen Radius),hatte ich mir Aluminiumrohr gekauft und wollte daraus die Viertelkreisteile schneiden. Das habe ich auch gemacht, war aber mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Jetzt habe ich die Bleche selber gebogen und sie gefallen mir schon besser. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich Geld sparen können und wäre in der Auswahl der Radiusgröße freier in der Gestaltung gewesen. So hatte ich schon den Radius am Rahmen nach der lieferbaren Rohrgröße angefertigt.

 

Eine erste Anprobe ist erfolgt und ich kann nun die beiden Baugruppen montieren.

 

die Trittstufen für die Heckklappe sind fertiggestellt und montiert:

Und damit bei geschlossener Klappe die Stufen nicht so weit in den Innenraum hineinragen (ich habe da ja nur begrenzt von ;- ), lassen sich die Stufen anklappen

 

 

Ich habe nun an beiden Seiten der Kabine je noch ein Fenster nachgerüstet, da mir nur durch das Heckfenster/Heckklappe doch zuwenig Licht hereinkam. Die Sandblechhalterungen sind mittlerweile auch montiert.

 

 

Das Absetzen der Kabine geht recht schnell und einfach. Sehr hilfreich ist für einen Bewegungslegasthenieker wie mich dabei ein Akkuschrauber ;-)

Die hinteren beiden Stützen bleiben an der Kabine montiert und werden bei Bedarf nur heruntergeklappt. So brauchen nur die beiden vorderen Stützen (Rieco-Titan) im Fahrzeug verstaut werden.

      

Die vorderen Stützen werden in Airlineschienen eingesetzt und fixiert. Bei Nichtgebrauch finden sie ihren Platz innen an der Pritsche, wo sie in passenden Halterungen aufbewahrt werden. So sind sie von außen nicht zu sehen, nehmen in der Kabine keinen Platz weg und sind noch vor Regen geschützt.

     

 

Beim Aufsetzen der Kabine helfen mir kleine Führungsstücke hinten an der Pritsche und Führungsleisten am Kabinenboden, welche die Kabine zwischen den Radläufen zentrieren.

     

 

 

 

 

so das war's, jetzt kommt der entspannte Teil - das Reisen ;-)